Band 245, 2017, Relektüren, S. 352

Relektüren

Rainer Metzger Folge 39

Bücher haben ihre Schicksale. Diese uralte Weisheit, die auch diesen Relektüren ihre Berechtigung gibt, gilt für kaum ein Buch des letzten knappen Vierteljahrhunderts deutlicher als für Giorgio Agambens „Homo Sacer“. Seine Analyse eines „nackten Lebens“, in dem Walter Benjamins Wort vom „bloßen Leben“ aus den zwanziger Jahren Widerhall fand, erschien 1995. „Das Lager und nicht der Staat ist das biopolitische Paradigma des Abendlandes“, lautet sein Schlüsselsatz (S. 190). Sehr deutlich machte das Werk seinen Zuschnitt auf die damals aktuellen Zustände in Bosnien mit Massenvergewaltigungen und ethnischen Säuberungen. So gesehen war es eine im Jargon der Verwegenheit auf Gegenwartsdiagnose zielende politische Schrift.  

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