Band 246, 2017, documenta 14 in Athen, S. 234

Von Kassel nach Athen, und wieder zurück

Ein Gespräch mit Annette Kulenkampff, Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH

von Heinz-Norbert Jocks

Annette Kulenkampff, 1957 in Hannover geboren, heute Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH, arbeitete nach dem Abitur zunächst als Stewardess. Danach studierte sie Kunstgeschichte, Germanistik und Archäologie in Frankfurt am Main. Von 1981 bis 1989 war sie dort Teilhaberin der Galerie für realistische Kunst Gering-Kulenkampff. Danach bis 1995 Leiterin der von ihr aufgebauten Publikations-Abteilung der Kunst- und Ausstellungshalle der BRD. Danach wechselte sie als Assistentin der Geschäftsführung zu den beiden Kunstverlagen Gerd Hatje und Cantz in Ostfildern. 1997 wurde sie Geschäftsführerin der Verlagsgemeinschaft, die sich 1999 zum Hatje Cantz Verlag zusammenschloss. Im April 2013 wurde sie als Nachfolgerin von Bernd Leifeld zur Geschäftsführerin der documenta und Museum Fridericianum gGmbH ernannt. Dort arbeitet sie seit dem April 2014.  

Heinz-Norbert Jocks: Wie und was hat sich an der documenta seit 1955 verändert?  

Annette Kulenkampff: Die documenta hat sich seit ihren Anfängen fortwährend verändert, weil sich auch die Kunst beständig wandelt. Der Weg führt von der ersten Ausgabe von Arnold Bode, bei der es um Skulpturen, Bilder und Graphiken ging, über die Ausgaben der documenta, die neben Video auch Fotografie, Design und Architektur miteinbezogen, bis hin zu der konzeptuellen documenta 10 von Catherine David, die mehr den Entstehungsprozess als das eigentliche Kunstwerk in den Vordergrund rückte. Nehmen Sie nur den Atlas von Gerhard Richter: Dieses Archiv gewährte einen Einblick in Zusammenhänge und verdeutlichte, wo seine Inspirationen zu den großen Bildern herkommen. Die Veränderung der documenta besteht auch darin, dass die Installationen größer und die Performances zahlreicher wurden. Die bildende Kunst hat sich zudem für andere Bereiche geöffnet. Die documenta 14 verdeutlicht, dass Performance, Theater und Musik zu einem Teil der Kunst geworden sind. Kunst ist heute ephemerer als zur Zeit der ersten, von Arnold Bode aus der Taufe gehobenen documenta. So steht die Skulptur „Die Kniende“ von Wilhelm Lehmbruck immer noch im Museum. Hingegen wird die speziell für die documenta 14 realisierte Installation „The Parthenon of Books“ der argentinischen Künstlerin Marta Minujín nur temporär in Kassel auf dem Friedrichsplatz zu sehen sein und dann wieder verschwinden.  

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Autor
Heinz-Norbert Jocks

* 1955, Düsseldorf, Deutschland

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Wichtige Personen in diesem Artikel
Annette Kulenkampff

* 1957 , Hannover, Deutschland

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Adam Szymczyk

* 1970, Trybunalski, Polen

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Weitere Personen
Arnold Bode

* 1900, Kassel, Deutschland; † 1977 in Kassel, Deutschland

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Carolyn Christov-Bakargiev

* 1957, New Jersey, Verein. Staaten

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Catherine David

* 1954, Paris, Frankreich

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Okwui Enwezor

* 1963, Kalaba, Nigeria

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Harald Szeemann

* 1933, Bern, Schweiz; † 2005 in Tegna, Schweiz

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Biennalen
documenta

D – Kassel

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