Band 135, 1996, Titel: Cool Club Cultures, S. 206

Pipilotti Rist

»Als Mädchen habe ich geträumt, die Reinkarnation von John Lennon zu sein«

Gespräch von Christoph Doswald

»Meine Hautfarbe ist weiß, ich stamme aus der ersten Welt und lebe im ausgehenden 20. Jahrhundert. Vor allem aber bin ich ein typisches Fernsehkind, das mit diesem Medium aufgewachsen ist. Ich kenne das Gefühl, nicht mehr unterscheiden zu können, was ich am Nachmittag im Wald und danach im Fernsehen erlebt habe. Das ist das typische Phänomen der TV-Generation. All das fließt in meine Arbeit ein.« Pipilotti Rist  

Christoph Doswald: Steckt hinter deiner ausgefallenen Kleidung, heute vornehmlich rot, ein exzentrischer Charakter?  

Pipilotti Rist: Na ja, die Hose ist noch ein Ausläufer des roten Blocks, doch der grüne Pulli ist meine aktuelle Farbphase. Du siehst mich in meiner Arbeitskleidung. Ich trage immer Latzhosen aus dem Billigwarenhaus EPA zur Arbeit. Dieses Modell existiert in Rot, Blau und Grün. Momentan beende ich die Vorbereitungen zu einer Ausstellung. Ich krieche viel auf dem Boden herum, arbeite handwerklich. Da muß meine Kleidung praktischen Anforderungen genügen. Außerdem trage ich von August bis März ausschließlich bunte Strumpfhosen.  

Die Buntheit als Norm, aber nicht als Uniform

Warum dieser Hang zur Buntheit?  

Meine Garderobe ist sehr farbig, denn ich liebe es, mich wie eine Blume anzuziehen. Es ist mir auch unklar, wieso die meisten Menschen sich in gebrochenen Braun- und Grautönen kleiden. Mag sein, daß sie mit einer zurückhaltenden Garderobe nicht von ihren wahren, inneren Werten ablenken wollen. Bunt wird ja sehr oft mit Oberflächlichkeit und Trivialität gleichgesetzt. Doch dieses auf Understatement bauende Konzept leuchtet mir nicht ein.  

Eine Modeauffassung, die vor allem den Bewohnern der nördlichen Hemisphäre behagt. Nur im Süden ist es umgekehrt.  

Ich glaube, es handelt sich eher um ein soziales Phänomen, das momentan geographisch die Nord- und Südhalbkugel modisch trennt. Andererseits sind Walliser Trachten ausgesprochen bunt.  

Welche Reaktionen löst die bunte Pipilotti Rist aus?  

Es gibt viele Leute, die meine Garderobe mit herkömmlichen Stereotypen wie "Marktfahrerin", "Nomadenmädchen" oder "Zigeunerin" verbinden, Zuordnungen eben, von denen sich die Gesellschaft sozial distanziert.  

Deine Kleidung kann aber auch als Künstlergarderobe, als bewußte Gegenposition zur Norm verstanden werden?  

Es handelt sich nicht um eine bewußte Strategie. Vermutlich wollte ich beim Übertritt ins Erwachsenenleben meine kindliche Freude einfach nicht unter einer Uniform begraben. Denn seit ich denken kann, hatte ich kein Interesse, irgendwelche Normen und Konventionen zu erfüllen, deren Sinn mir verborgen blieb.  

Trotzdem ist die Buntheit dein Markenzeichen, das du ganz gezielt kultivierst.  

Ich muß betonen, daß das keine Marketingstrategie ist, sondern ein lebenslanger Prozeß. Schon während der Pubertät habe ich die Sixties-Kleider meiner Mutter aus der Mottenkiste geholt, weil sie mir so gut gefielen. Außerdem konnte ich mich allen damals existierenden Schönheitskriterien entziehen. Zum Schluß habe ich mich so an diese Haltung gewöhnt, daß diese Buntheit für mich zur Norm geworden ist.  

Handwerkerin, Künstlerin und Pop-Frau

Eine Norm, die genauso einengt wie jede andere auch?  

Das stimmt schon. Ich kann mich beispielsweise gar nicht mehr Schwarz kleiden, weil sich bei mir dann sofort das Gefühl der Feigheit, Bequemlichkeit und Anpassung einstellt.  

Das sind Eigenschaften, die man in der elitären Kunstwelt nicht gerne sieht.  

Das ist eine sehr theoretische Interpretation meiner Welt. Denn faktisch habe ich weit mehr mit den Leuten aus dem Quartier, mit den Handwerkern zu tun, als mit Galeristen, Kunstkritikern und Museumsleuten. Meine Arbeit pendelt zwischen verschiedensten Welten, zwischen dem Film, der Kunst, dem Handwerk und der Musik. Die Welt der Schreiner und Schlosser, wo gehämmert wird, wo die Funken sprühen, ist mir genauso nahe wie die Kunstwelt. Dieses Lebensgefühl überträgt sich auf meine Arbeit: Ich schaffe Werke, zu denen Menschen mit normaler Fernsehbildung einen Zugang finden können. Zwar diskutiere ich mit Kunstexperten über den theoretischen Hintergrund meiner Kunst. Doch das imaginäre Zielpublikum befindet sich außerhalb dieses doch sehr kleinen Zirkels.  

Deshalb auch dein Engagement als Popmusikerin?  

Musik verbindet die Menschen mehr als alles andere. Viele Melodien und Liedertexte sind kollektives Unterbewußtsein. Als Mädchen habe ich geträumt, die Reinkarnation von John Lennon zu sein. Und Yoko Ono war mein erster Kontakt zur bildenden Kunst. Bevor ich selber Musik machte mit Les Reines Prochaines, realisierte ich Bühnenbilder für andere Bands. Als Nebeneffekt dieser Zusammenarbeit ist es mir jetzt möglich, den Ton für meine Videos selber zu komponieren und zu spielen.  

Wenn schon populäre Kunst, warum arbeitest du nicht für das Schweizer Fernsehen oder für Hollywood?  

Ich ziele nicht auf Massenwirkung, die sich in Einschaltquoten niederschlägt. Ich versuche, dieses sonst eindimensional zweckbestimmte Medium zurückzuerobern und in den Dienst der Zwecklosigkeit, der schönen Künste zu stellen, wo es um reine Philosophie, Literatur und Poesie geht. Meine Arbeiten sind visuelle, bewegte Gedichte.  

Das Kunstsystem ist in den letzten Jahren durchlässig, öffentlich und interdisziplinär geworden. Dein Schaffen ist ein gutes Beispiel für diese Entwicklung.  

Das stimmt. Ich lebe auch die Einsicht, daß Kunst nicht elitär sein soll, und ich glaube nicht, daß sie mit Kommerz nichts am Hut haben darf. Das ist absurd. Auch wenn sich die Kunstszene alle Mühe gibt, das zu verleugnen - der Kunstmarkt existiert und funktioniert nach denselben Regeln wie jedes andere Geschäft.  

Verstehst du dich mehr als Pop-Frau denn als Künstlerin?  

Für mich ist es wichtig, verständlich zu sein. Meine Kunst soll nicht nur auf der intellektuellen Ebene funktionieren, sondern Emotionen wecken, Kraft beschwören, Freude machen. Das sind nette Anliegen, oder nicht?  

Stimmt schon - es gibt viele Leute, die deiner Arbeit großen Unterhaltungswert attestieren.  

Das hat gute Kunst so an sich. Wenn sie etwas bewirken soll, dann muß sie die eingeweihten, akademischen Kreise verlassen. Und das kann ich nicht mit soziologischen Programmen, sondern nur mit meinen individuellen Bildern erreichen.  

Der Vorwurf der populären Ulknudel macht dir also nichts aus?  

Humor ist nicht hoch genug einzuschätzen. Und wenn es mir gelingt, ohne das Leiden zu verschweigen, die Leute zu unterhalten, dann ist meine Arbeit erfolgreich.  

(M)TV-Kultur

Darum auch die Klangbegleitung deiner Videoinstallationen?  

Unsere Fernsehkultur hat viel zur Vereinzelung in unserer Gesellschaft beigetragen. Das will ich auch übers Gehör brechen. Deshalb ist es mir wichtig, daß die Betrachter meiner Installationen auf den Monitoren auftauchen, sich den Raum, der ihnen vom Fernsehen genommen wurde, zurückerobern.  

Hast du noch nie daran gedacht, Auftragsarbeiten, etwa für MTV, anzunehmen?  

Das ist zwar nicht mein erklärtes Ziel. Aber gerade jetzt produziere ich einen Spot für MTV-England. Im Gegensatz zu meiner sonstigen Arbeit wird dieses Intermezzo aber ohne Namensnennung gezeigt.  

Legst du viel Wert auf die Nennung der Autorenschaft?  

Nein, nein, im Gegenteil. Ich ziehe keine haarscharfe Grenze zwischen bildender und angewandter Kunst. Einige MTV-Clips genießen bei mir großen Respekt. Denn diese Clips haben die Innovativität und den Erfindungsgeist der Videokunst manchmal rechts überholt. Dieser Fortschritt kommt nicht von ungefähr, können doch die Produzenten von Musikvideos viel höhere Budgets aufwenden als ein einzelner Künstler und die besten Leute engagieren. Weil ich damals kein Geld hatte, mußte ich beispielsweise mein erstes Video in Nachtarbeit an meinem Arbeitsplatz in der Chemischen Industrie schneiden.  

Im Gegensatz zu vielen anderen bildenden Künstlern scheinst du keine Berührungsängste mit dem sogenannten Kommerz zu kennen.  

Das stimmt, ich habe nicht diese bildungsbürgerliche Vorstellung, daß die Kunst im elitären Elfenbeinturm stattfinden muß. Das ist in der heutigen Zeit ein völlig überholtes Kunstverständnis, ein Klassenkampf-Problem. Meine Videobänder sollen für den Normalverdiener bezahlbar sein.  

Was kostetet ein Video?  

150 bis 300 Franken, also etwas mehr als ein Porno-Video. Außerdem wurden alle meine Arbeiten, bis auf jene mit dem nackten Mann, im Fernsehen gezeigt - allerdings nie im Hauptprogramm, sondern immer in Spezialsendungen oder während den Randzeiten. Das hat damit zu tun, daß die Fernsehanstalten unter dem Diktat des Einschaltquotendenkens stehen.  

Wieso wurde das Video mit dem nackten Mann nicht ausgestrahlt?  

Das hat wohl damit zu tun, daß der Mann nackt in einem Wald tanzt und sein Schwänzchen in Zeitlupe frei baumelt. Obwohl das alles sehr ästhetisch und süß dargestellt wird, scheint man das als entwürdigend empfunden zu haben. Das Glied macht einen verletzlichen Eindruck. Mag sein, daß das eines der letzten Tabus ist, denn das männliche Geschlechtsteil wird, wenn überhaupt, nur in ruhiger oder stehender Form abgebildet. Das unkontrolliert Baumelnde des Geschlechtsteils wird dagegen nicht goutiert.  

Wilde Frau des Widerstands

Deine Videos und Installationen lassen sich nicht nur auf der ästhetischen Ebene wahrnehmen: Du transportierst damit handfeste, feministische Botschaften.  

Wenn dieser Effekt als Nebenwirkung eintritt, dann wehre ich mich nicht dagegen. Ich verstehe mich unter anderem als Feministin, das ist für mich als Frau eine "Ehrensache". Daneben prägen mich aber auch andere Grundkonstellationen: Meine Hautfarbe ist weiß, ich stamme aus der ersten Welt und lebe im ausgehenden 20. Jahrhundert. Vor allem aber bin ich ein typisches Fernsehkind, das mit diesem Medium aufgewachsen ist. Ich kenne das Gefühl, nicht mehr unterscheiden zu können, was ich am Nachmittag im Wald und danach im Fernsehen erlebt habe. Das ist das typische Phänomen der TV-Generation. All das fließt in meine Arbeit ein. Grundsätzlich ist jedoch zu sagen, daß ich versuche, unterbewußte Bilder darzustellen. Unsere Realität liefert die Requisiten für das Unterbewußtsein. Ich versuche, meine eigene Sicht dieser Dinge darzustellen. Wenn sich die Leute davon angesprochen fühlen oder sich gar wiedererkennen, dann habe ich meinen Auftrag erfüllt.  

Wenn du häufig mit weiblichen Themen und Objekten wie Büstenhaltern, Handtaschen oder Menstruationsblut arbeitest, so kommen vor allem deine frauenspezifischen Botschaften rüber.  

Ja, das stimmt schon, die Frauenfrage ist mir sehr wichtig. Und wenn sich selbstbewußte Frauen so von meiner Arbeit angesprochen fühlen, ist das ein Kompliment. Ich denke aber, daß diese Reaktion auf das Manko an weiblichen Bildern zurückzuführen ist. Es besteht ganz einfach ein Defizit an Bildern über wilde und selbstbewußte Frauen, und darum springen viele Frauen gerade auf dieses Thema in meiner Arbeit an.  

Du verstehst dich als "wilde Frau"?  

Theoretisch ja, praktisch ist es so, daß die Realisation wilder Projekte eine sehr normale Lebensführung verlangt. Sonst könnte ich diese tausend Elemente, die ich in meine Arbeit integriere, nicht zusammenhalten.  

Was bedeutet "wild"?  

Das ist jemand, der sich Gedanken macht über Normen und Konventionen, und falls deren Bedeutung nicht einsichtig ist, auch die Kraft hat, diese zu brechen und den daraus resultierenden Widerstand auszuhalten. Ein wilder Mensch läßt sich von niemanden in die Suppe spucken, auch nicht von den Mächtigen dieser Welt.  

Hast du diesen Widerstand gegenüber deiner Arbeit schon erlebt?  

Es gibt tatsächlich Leute, die mir die Verletzung von Tabus vorwerfen. Aber diese Kritik ist im Vergleich mit dem positiven Feedback marginal. Wenn man sich exponiert und in die Öffentlichkeit geht, muß man eben auch auf Widerstand gefaßt sein. Das ist, gerade in der engen Schweiz, normal.  

Blut

Wenn du von Tabuverletzungen sprichst, meinst du damit deine Thematisierung von Menstruationsblut?  

Ja. Man hat mich gefragt, ob ich mit diesen Bildern die Betrachter hätte schockieren wollen. Das ist ein Witz. Es geht darum, das Blut an die Luft zu holen und diese rote Flüssigkeit, diesen wunderbaren Saft, diese Fleisch-Uhr zu zeigen. Die Gesellschaft hat die Tendenz, das Menstruationsblut zu verstecken, als ob es etwas Schmutziges und Krankes wäre. Ich würde es begrüßen, wenn die jungen Mädchen, die zum ersten Mal eine Periode bekommen, sich darüber freuen könnten. Die erste Periode sollte ein freudiges Ereignis sein, denn sie ist ein Sinnbild für die Schöpfungskraft, für das Leben. Das Blut ist unser Lebenssaft, das Sauberste, was es gibt.  

Blut kann aber auch mit bedrohlichen Werten wie Tod und Verletzung assoziiert werden.  

Blut, das außerhalb des Körpers auftaucht, verunsichert die Menschen. Dieses Verlassen der Form darf nicht sein; es bedeutet, daß die Maschine Mensch nicht funktioniert, nicht so läuft, wie sie sollte. Im Falle der Menstruation ist das nicht anders. Mit allen verfügbaren Mitteln wird das austretende Blut unsichtbar gemacht. So konnte das Menstruationsblut auch nie mit einer positiven Assoziation aufgeladen werden. Kommt dazu, daß sich die theoretisch positive Rezeption von Blut als Lebenssaft nur dann auf die Periode überträgt, wenn man sie auch praktisch sichtbar macht. Deshalb habe ich das in meiner Arbeit visualisiert.  

Glaubst du, mit deiner Kunst Bewußtseinsveränderungen erzielen zu können?  

Wenn ich die guten Seiten des Blutes zu Bildern verarbeite, kann ich eingefahrene Vorstellungen, wie beispielsweise den Begriff der "unreinen Tage", besser in Frage stellen, als jede wissenschaftliche Studie. Denn Bilder finden den besten Zugang zum Unterbewußtsein, wo die Vorurteile schlummern und haben mehr Erfolg als feministische Parolen. Nach meiner ersten Abtreibung bin ich mit meiner Mutter ins nächste Restaurant gegangen und habe dort eine Blutwurst gegessen. Das hat mir besser geholfen, als jeder Psychologe.  

Manipulation / Störung / Ehrlichkeit

Deine Arbeitsmethode ist weiblich und scheint sehr intuitiv zu sein. Wie spielt sich das in der künstlerischen Praxis ab?  

Ich mache sehr viele Aufnahmen für eine Arbeit und lerne diese vielen Bilder dann kennen. Das ist der arbeitsintensivste Teil. Dann finde ich unter all diesen Bildern genau jene, die ich von Anfang an gesucht habe. Es ist ein bewußtes Spiel zwischen dem, was ich will, und dem, was der Zufall mir offeriert. Das ist ein langsamer Prozeß, der viel Bild-Abfall produziert.  

Trotzdem präsentieren sich deine Videos als sehr kompakte, fast hermetische Einheit.  

Die Auswahl und Manipulation der Bilder ist ein langwieriger Prozeß. Ich probiere dies und das, verwerfe es wieder und suche nach neuen Bildern. Video besitzt ja auch nicht diese Unmittelbarkeit, diese direkte Stimmungsabhängigkeit, wie sie Musik oder Malerei haben kann. Bis ich ein Bild für gut befinde, muß es verschiedene "Filter" durchlaufen.  

Bei der Digitalisierung der Bilder scheinen aber auch malerische Momente eine Rolle zu spielen?  

Video verstehe ich als bewegte Hinterglasmalerei. Ich habe zum Beispiel für ein Video ("Pipilottis Fehler", installiert in der Shedhalle Zürich) die Bilder gezielt allen möglichen Störungen ausgesetzt: zu schnell abgespielt, so daß die gleichzeitig aktivierten Aufnahmeapparate nicht mehr mitkamen, die Bilder dann durch einen Time-Base-Korrektor gejagt, der Unregelmässigkeiten ausgleicht. Diese Unter- und Überforderungen der Maschinen haben Bilder produziert, die mir vollkommen vertraut waren, meine inneren Bilder. Diese Techniken sind dieselben wie in der Malerei, wo mit dem Expressiven, mit dem Schmuddligen die Wahrheit viel besser getroffen wird, als mit einer gestochen scharfen, arschglatten Darstellung.  

Wahrheit! Ist das die Triebfeder für deine Arbeit?  

Ja, Wahrheit im Sinne von Ehrlichkeit.  

Du arbeitest hauptsächlich mit Frauen zusammen. Hat das frauenpolitische Gründe?  

Mit Frauen verstehe ich mich auf einer intuitiven Ebene besser, ich muß nicht wie mit den Männern immer alles bis zum letzten diskutieren. Trotzdem habe ich von den Männern einiges gelernt. Wie sie beispielsweise ihre Arbeit organisieren, wie sie selbstbewußt Aufträge übernehmen, die ihre Limiten eigentlich übersteigen und sich an dieser Aufgabe steigern. In diesem Bereich sollten sich die Frauen an den Männern orientieren, diese ehrliche Selbstbescheidenheit ablegen und vermehrt Risiken und Wagnisse eingehen.  

(c) Be Magazin (Berlin), Nr. 1/1994. Und: Sonntags-Zeitung (Zürich), 20. November 1994. Bei der vorliegenden Textfassung handelt es sich um ein Sampling aus den beiden Interviews. Abdruck mit freundlicher Genehmigung. Textbearbeitung: Paolo Bianchi.  

Autor
Christoph Doswald

* 1961, Baden, Schweiz

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Wichtige Personen in diesem Artikel
Pipilotti Rist

* 1962, Grabs, Schweiz

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