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Parasitäre Strategien

Herausgegeben von Sabine Fabo

Parasiten als Modell und Metapher für das intervenierende Andere – diesem ebenso komplexen wie spannenden Thema widmet sich Sabine Fabo in dieser Dokumentation. Als Ausgangspunkt wählte die Herausgeberin die von Michel Serres 1980 formulierte Kommunikationstheorie des Parasitären, der zufolge der Parasit den Zustand eines Systems schrittweise destabilisieren und verändern kann. In letzter Konsequenz verdanken sich nach Serres alle Entwicklungsprozesse einem parasitären Impuls: Der Schmarotzer als Agens der Evolution. Parallel und ergänzend zu diesem Ansatz berücksichtigt die Herausgeberin auch die seit den 80er und 90er Jahren populär gewordene Virusmetapher (Computerviren).
Die Beiträge der Dokumentation gehen das Thema aus verschiedenen Perspektiven an. So verhandelt beispielsweise Florian Rötzer den Parasiten als Gegenstand unserer gegenwärtigen Informationskultur, Jana Balkwitz untersucht parasitäre Strategien im Rahmen der Werbung und diskutiert das Phänomen des viralen Marketings, Ulf Jonak spürt dem Parasitären als einer Haltung der Architektur sowohl in utopischen Entwürfen als auch in realisierten Gebäuden nach und Sabine Fabo präsentiert verschiedene parasitäre Praktiken aus Kunst, Design und Mode.

2. Moskau Biennale für Zeitgenössische Kunst

FOOTNOTES on geopolitics, markets and amnesia

von Susanne Boecker

Im Jahr 2005 ging die Moskau Biennale für zeitgenössische Kunst mit dem Motto "Dialektik der Hoffnung" an den Start. Ein passender Titel, denn diese Biennale war nach vielen Jahren das erste Ausstellungsprojekt mit zeitgenössischer Kunst, das in den Genuss einer für russische Verhältnisse beachtlichen staatlichen Förderung kam. Eine kleine kulturpolitische Revolution war das, angetreten mit dem Anspruch "Teil eines politischen Ansatzes zur Erneuerung des Landes zu werden".
Susanne Boecker besichtigte mit Wolfgang Träger (Fotos) die zweite Ausgabe der Moskau Biennale „FOOTNOTES on geopolitics, market and amnesia“, bei der Joseph Backstein erneut mit bekannten Größen des internationalen Kuratoren Jet-Sets kooperiert hatte: Daniel Birnbaum (Frankfurt), Iara Bubnova (Sofia/ Moskau), Nicolas Bourriaud (Paris), Rosa Martínez (Istanbul), Hans Ulrich Obrist (London).Zur Verstärkung neu hinzugekommen waren Fulya Erdemci (Istanbul) und Gunnar B. Kvaran (Oslo).

Ausstellungen